Extended Drawing
Sol LeWitt, Robert Mangold, Bruce Nauman & Richard Serra
18.09.2011 – 15.01.2012
Extended Drawing richtet sich auf einen bestimmten Aspekt des Werkes der amerikanischen Künstler Sol LeWitt, Robert Mangold, Bruce Nauman und Richard Serra. Es werden die Werke gezeigt, in denen Linie und Zeichnung über ihre ursprünglichen Grenzen hinausgehoben werden.
Sol LeWitt, Robert Mangold, Bruce Nauman und Richard Serra gehören inzwischen zur "klassischen" Generation, die ab Mitte der sechziger Jahre der amerikanischen Kunst eine Orientierung verliehen hat. Ihre Vorliebe für Minimal und Konzept ist klar zu erkennen. Die vier stehen Modell für neue Optionen in der Zeichenkunst und erkunden die Möglichkeiten, die der architektonische bzw. der öffentliche Raum bieten. Bei den Zeichnungen geht es nicht mehr um die persönliche Handschrift, sondern um ein spezielles Verhältnis zur Wand (LeWitt), zum Gemälde (Mangold), zur Skulptur (Serra) und zum öffentlichen Raum (Nauman).
Die von Hand gezogene Linie gilt als die persönlichste und individuellste Ausdrucksform in der Kunst. Die Linienführung in einer Zeichnung ist wie ein handgeschriebener Brief und verrät viel über den Autor. Ist sie schwungvoll oder eckig zu Papier gebracht? Man möchte gern einen Spiegel des Charakters oder der Beweggründe darin erkennen. Die Linie spricht. Eine Zeichnung vermittelt eine große Intimität.
Das Anonymisieren der Linie
Die oben genannten Künstler halten sich in
Extended Drawing von diesen Konventionen fern. Die persönliche Handschrift wird kategorisch vermieden und gerade das Unpersönliche wird angestrebt. Neutralität wird beabsichtigt und die Kunst wird zu einem Instrument zurückgebracht, das für eine "mechanische" Ausführung eingesetzt wird und die Möglichkeit bietet, einen Überschuss an Expressivität auszuschließen.
Sol LeWitt geht beim Anonymisieren am weitesten. Die Tatsache, dass er sich dafür entschieden hat, seine Arbeiten (wenn auch nach strikten Richtlinien) von Assistenten ausführen zu lassen, spricht für sich. Dass sich Richard Serra auf das tiefstmögliche Schwarz (eine Kombination aus Harz und Teer) ohne Nuancen beschränkt, ebenso. Die dicken, fast gefühllosen Linien von Robert Mangold können ebenso wenig als eine große expressive Geste betrachtet werden. Mangold verwendet die Linie, um ein Ungleichgewicht zu schaffen, das sich hinter der scheinbar ungerührten Harmonie aus Kreisen oder Ovalen verbirgt. Nichts wird der Phantasie überlassen. Die Regeln der Perspektive oder andere illusionistische Kunstgriffe wurden nicht angewandt und es wurde alles getan, um Illusionen oder Mimesis zu vermeiden. Der Umgang mit Umrissen und Konturen ist bei Bruce Nauman neutral und erscheint mechanisch, sogar dann, wenn beide sich im farbig attraktiven Neon darstellen. Das Blinken der Neonröhren erfolgt nach einer mathematisch festgelegten Frequenz und die Bedeutung der Farben liegt fest und bestimmt die Reihenfolge.
Die Ausstellung wird das gesamte 2. Stockwerk beanspruchen. Somit erhält jeder Künstler ausreichend Platz und können vierzig große Werke gezeigt werden, die einen Aspekt in ihrem Werk in den Vordergrund stellen, der noch nie zuvor so umfassend dargestellt wurde. Die Werke in
Extended Drawing sind Leihgaben aus renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen.
Sol LeWitt, Robert Mangold, Bruce Nauman und Richard Serra sind für die Sammlung des Bonnefantenmuseums von großer Bedeutung, in der jeder von ihnen bereits seit 1987 mit mehreren Werken vertreten ist.
Work in progress
Ab dem 26. Juli werden einige "wall drawings" von Sol LeWitt von einem aus 6 Assistenten bestehenden Team vor Ort angebracht. Um den Besuchern die einzigartige Gelegenheit zu bieten, die Arbeiten zu verfolgen, werden die Säle während des Anbringens der Werke zugänglich sein.
Veröffentlichung
Zu Extended Drawing gibt es eine Veröffentlichung, die im September erscheint. Diese ist im Museumsshop erhältlich.
Download
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